Mummelsee und seine Geschichten

Der von vielen Sagen umwobene Mummelsee liegt im badischen Teil des Nordschwarzwalds in 1036 m Höhe direkt an der Schwarzwaldhochstraße, am Südhang der Hornisgrinde. Die Wasserfläche des eiszeitlichen Kars misst 3,7 Hektar. Seine maximale Tiefe liegt bei 17 m. Auf der heute noch erkennbaren Gletschermoräne wurde die St. Michaelskapelle errichtet. Die Hornisgrinde, in dessen Südhang der Seetrichter eingebettet liegt, ist mit 1164 m der höchste Berg des nördlichen Schwarzwalds.

Von seiner einstigen Einsamkeit und Abgeschiedenheit ist heute nichts mehr zu spüren. Durch die direkt am See vorbeiführenden B 500 wurde der Mummelsee zu dem am meisten besuchten Schwarzwaldsee. Doch trotz des aufdringlichen Touristenrummels und des Bootsverleihs strahlt der in einem tiefen Kessel ruhende See noch immer eine erhabene Atmosphäre aus.


Einen See stellt man sich eher in einer weiten Ebene oder einer sanften Talsenke vor als 900 m über dem Rheintal, eingegraben in dem Hang des höchsten Berges der Region. Die meist in großer Höhe entstandenen Schwarzwaldkare erschienen unseren Vorfahren vielleicht gerade deshalb unheimlich und rätselhaft.

Es wird viel Wunderbares vom Mummelsee erzählt. So soll er keine Fische in sich leiden und die man hineinsetzt, alsbald auswerfen. Es wohnen nur Tiere darin, die in etwas dem Salamander gleichen und Brüste und andere Glieder gleich den Frauen haben. Fasst man sie an, dann entsenden sie eine weiße Materie. Man sagt von ihnen, dass es verwunschene Mädchen seien, was auch von den Hagesissen und dem Fischlein Gründling (Grondeling) erzählt wird.

Der Mummelsee wird für heilig gehalten, weil er so ganz und gar keine Berührung oder Schmutz leidet; wirft man einen Stein hinein, so entsteht Donner oder Unwetter.

Einmal ist ein Markgraf von Baden mit mehreren geistlichen Herren und in Begleitung des ganzen Hofes zum Mummelsee gegangen und hat einige geweihte Kugeln hineingeschossen, auch anderes Heiligtum hineinwerfen lassen. Da ist aber ein schrecklich Ungetüm aus dem See gestiegen und hat den Markgrafen mit all seinen Begleitern, so geistlichen als weltlichen, weggejagt.

Im nahebei gelegenen Kloster Allerheiligen bewahrte man ehedem ein Buch, worin alle merkwürdigen Geschichten, die sich mit und an dem Mummelsee begeben, aufgezeichnet waren.
Joh. Wilh. Wolf, Deutsche Märchen und Sagen, Leipzig 1845, in: Gustav Neckel, Deutsche Sagen.

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